KUNSTWERK EIN-BLICK

Das Zypressengewächs Juniperus hat viele Namen; Wacholder, Machandelbaum, Kranewittbaum, Reckholder, Weihrauchbaum, Feuerbaum und auf Oberpfälzisch  KrampertschtauernDer Wacholder gilt in allen Kulturen der Welt als Symbol des Lebens. Ein altes, immergrünes Gewächs, was seit jeher in der Oberpfalz beheimatet ist. Auf Grund seiner wertvollen Wirkstoffe, die Verwendung in der Küche und in der Heilkunde finden, bezeichnet man den Wacholder auch als Zauberholz.

In diesem Kunstwerk ist die äußere Form des Wacholders auf ein quadratisches Symbol reduziert. Die reduzierte Außenform lenkt den Blick auf die Schönheit im Inneren. Die Skulptur gewährt tiefe Einblicke, sie gewährt eine Ein-Sicht –  wer die oberflächliche Wahrnehmung durchdringt und den Dingen auf den Grund geht, erkennt das Wesentliche.

KUNSTWANDERSTATION KÜMMERSBRUCK-KÖFERING: VEGETATION DER KARSTLANDSCAHFT

Dort, wo heute Köfering und der Naturpark Hirschwald liegen, befand sich vor mehr als 150 Millionen Jahren ein flaches warmes Meer. Die Reste der Kalkschalen der einst darin lebenden Organismen bilden heute den Untergrund unter unseren Füßen – den auf den Höhen von der Unterkreide überdeckten Oberen Jura, auch Weißer Jura oder Malm genannt. Dieser Kalksteinuntergrund wurde über die Jahrmillionen – und wird es auch noch heute – fortlaufend durch die Witterungseinflüsse und insbesondere durch das Eindringen von Oberflächenwasser ausgeschwemmt und bildet Spalten, Löcher und Höhlen. Auch an der Oberfläche führt die Verwitterung zur Bildung einer Karstlandschaft mit freiliegenden Felsstrukturen, flachgründigen, wenig ergiebigen Böden und Fehlen von Oberflächengewässern. Hier gedeihen kalkliebende und an die Trockenheit angepasste Pflanzen. Historisch war der Ackerbau im Karst eher unbedeutend, so dass sich der Mensch  auf die Hütehaltung von Weidetieren verlegte. Auch dies hat bei der Vegetation zu Anpassungen geführt. Ein Paradebeispiel ist der Wacholder, der einerseits mit den Standortverhältnissen gut zurecht kommt, sich andererseits aber auch erfolgreich gegen den Viehverbiss wehrt und so auch lange nach Aufgabe der Weidewirtschaft noch als historischer Zeiger für ehemalige Viehweiden in unserer Landschaft dient.