Kunstwanderstation Hausen / Ursensollen: WANDERN UND WAHRNEHMEN
Diese Kunstwanderstation wurde im Rahmen des Naturparks Hirschwald für die Gemeinde Ursensollen errichtet. Anlass für die Wahl des Standorts Hausen für die Kunstwanderstation Ursensollen war das 100-jährige Bestehen der Kirche St. Georg. Diese wurde 1914 als Nachfolgebau für die zu klein gewordene Kirche – diese stand im jetzigen Gelände des Friedhofes - gebaut. Hausen war über Jahrhunderte ein weithin bekannter Wallfahrtsort. Zur Pfarrei St. Georg gehören heute ca. 1.000 Seelen und sie umfasst 19 Ortschaften.

Zwar wird der Heilige Georg oft als Soldatenheiliger und Helfer gegen Pest und Kriegsgefahren wahrgenommen, er ist aber genauso Schutzpatron der Bauern und des Viehs, der Reiter und Wanderer. Beim Wandern und Reiten kann jeder im eigenen Tempo die vielgestaltige und kleinstrukturierte Landschaft des Juras im Hausener Tal und auf den umgebenden Höhen erleben und wahrnehmen. Ein Mosaik aus Hecken, Feldgehölzen, Wäldern, Wiesen und Äckern begleitet den Wanderer. Das aufmerksame Auge nimmt aber auch die Kargheit und die Wasserarmut der Juralandschaft wahr: Magerrasenstandorte vor allem an den steileren Hängen, Felsformationen und die eine oder andere „Hüll“, die so genannten Himmelsweiher, die sich allein aus Regenwasser speisen und früher so wichtig für die Wasserversorgung der Höhensiedlungen waren.

Diese Landschaft gilt es zu erhalten und zu pflegen. Die Wertschätzung dieser Natur- und Kulturlandschaft durch Besucher und Einheimische, eben durch Wandern und Wahrnehmen, trägt nicht unerheblich dazu bei. Das Naturschutzgroßprojekt „Juradistl“ im Oberpfälzer Jura unterstützt und fördert im Rahmen der Bayerischen Biodiversitätsstrategie den Biotopverbund, die Umweltbildung und die Partnerschaft mit Landwirten, Metzgern und Gastronomen in der Region. Getreu dem Motto „schützen durch nützen“!

Das Kunstwerk: DER WERDEGANG
Thematisch befasst sich die Skulptur mit der Transformation, vom Materiellen zu Spirituellen. Als Metapher dafür dient der Schuh. Er verbildlicht die Veränderung. Die Veränderungen die der Mensch im Laufe seines Lebens durchwandert. Anhand seines Verfalls werden Weg und Zeit sichtbar. Zeitgleich zum Prozess des Vergehens nehmen Lebenserfahrung, Weisheit und Bewusstsein zu.

Das Kunstwerk steht für das Unterwegssein, geistig und körperlich, beim Wandern und beim Pilgern, der Wallfahrt. Dies ist der Bezug zur St. Georgs Kirche in Hausen.

Um in diesen Prozess der Umwandlung, der Läuterung zu bestehen, muss man sich im Laufe des Lebens der eigenen Unzulänglichkeit, der Angst, der Gefahr stellen. Sankt Georg, der Schutzheilige der Kirche in Hausen kämpft mit dem Drachen, er stellt sich der Gefahr. Als Symbol dafür steht die Flamme aus Glas, sie steht für das Feuer des Drachens.

Gestaltung und Ausführung: Hanna Regina Uber und Robert Diem

Gastkünstler : Glasskulptur Marion Mack , Glasguss Max Jacquard