Der Hirschwald - das Herz des Naturparks

Es ist eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete der Region. Mitten in unserem Naturpark gelegen ist er nicht nur der Namensgeber unseres Naturparks, sondern auch das grüne Herz der Oberpfalz: Der Hirschwald

Einst war er ein wichtiges Jagdgebiet. Die pfälzischen Kurfürsten, die eine lange Zeit von Amberg aus die obere Pfalz regierten, wussten den Wildreichtum des Hirschwaldes damals zu schätzen. Der Hirschwald diente der wirtschaftlich vor allem durch die Eisenverhüttung aufstrebenden Oberpfalz als scheinbar endlose Quelle für Holz und Holzkohle. Dementsprechend war der Wald seinerzeit von einer Übernutzung geprägt.

Der Hirschwald birgt so manches Geheimnis. Und auch so manche Legende versteckt sich hier im tiefen Grün des Waldes. Er ist Heimat zahlloser Tiere und Pflanzen – unter ihnen auch ganz selten gewordene Exemplare. Um deren Ruhe nicht zu stören, führen nur wenige Wanderwege durch den Wald. Trotzdem gibt es in diesem Teil des Naturparks einige Sehenswürdigkeiten.

Schaugehege für Rot- und Schwarzwild

Am Waldhaus gibt es Schaugehege von Schwarzwild. Der Ort ist ein beliebtes Feierabend- und Naherholungsgebiet für die Amberger, da sich hier auch eine Gaststätte samt Biergarten und Spielplatz befinden. Von dort aus führen Wanderwege in den Hirschwald und ins Vilstal. Das Waldhaus ist von Amberg aus mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.

Burgruine Roßstein

Direkt am Jakobsweg durch den Naturpark Hirschwald im Taubenbachtal liegt die Burgruine Roßstein. Sie ist im Frühling eingebettet in ein Meer aus Leberblümchen und Immergrün. Eine der Aufgaben der Burg dürfte die frühere Sicherung der Grenze zwischen dem Regensburger Gebiet Hohenburg, der Pfalz und Bayern gewesen sein. Die Burgruine ist öffentlich zugänglich. Bitte beachten Sie die Zufahrten zu den Privatgrundstücken vor Ort.

Palkering

Bei der ehemaligen Einöde hat sich ein früherer Ziegelkohlemeiler erhalten. Alte landwirtschaftliche Gebäude und eine alte Streuobstwiese prägen
heute das Bild in Palkering. Direkt hier vorbei verlaufen die bekannten Wanderwege Jurasteig und Jakobsweg. Die Rinderbeweidung sorgt
für einen urigen Charakter und eine hohe Artenvielfalt.

Wie heißen die Bewohner des Waldes?

Rund 7.000 ha unzerschnittenes Waldgebiet: Das ist der Lebensraum für typische Waldbewohner, die viel Platz und Ruhe benötigen. Der stetig wachsende Totholzanteil im einst intensiver genutzten Hirschwald bringt auch eine immer größer werdende Insektenvielfalt mit sich. Bechsteinfledermaus, Schwarzspecht und Siebenschläfer freuen sich darüber.

Was machen die Ranger im Hirschwald?

Es gibt viele verschiedene Tätigkeiten für die Ranger in diesem großen Waldgebiet. Zum einen führen sie Besuchergruppen in den Wald und erklären die wesentlichen ökologischen Zusammenhänge. Für sie ist es auch sehr wichtig, Exkursionen und Ferienprogamme regelmäßig durchzuführen, sodass die Kinder den Hirschwald, einen Ort voller Leben, mit allen ihren Sinnen erleben können.

Zum anderen sind unsere Ranger mit Forschungs- und Monitoringaufgaben betraut. Der Waldumbau hat zur Folge, dass viel überständiges Nadelholz aus dem Wald herausgeholt wird, damit die aufkommende Naturverjüngung Licht und Platz bekommt. Fledermäuse jedoch benötigen über längere Zeit bekannte und sichere Tagquartiere. Deshalb hängt eine hohe Anzahl an künstlicher Fledermausquartiere im Hirschwald, die den Fledermäusen dauerhaft als Tagquartiere zur Verfügung stehen. Diese erleichtern den Rangern außerdem die Bestandserfassung der hier vorkommenden Fledermausarten.

Zur Fotografin: Nina Schütz

Nina Schütz stammt aus Amberg, ist Berufsfotografin und ein echtes Naturkind. Ihre Freizeit verbringt sie damit, mit ihrer Kamera durch den Hirschwald zu streifen. Durch ihre Fotografien möchte sie die Natur zu den Menschen nach Hause bringen. Außerdem ist sie die Autorin der Bildbände „Verlassene Orte der Oberpfalz“ und „Verlassene Orte in Franken“.

Instagram-Profil von Nina Schütz